caring structures

Mit: Edna Bonhomme, Lizza May David & Claudia Liebelt, Feministische Gesundheitsrecherchegruppe (Julia Bonn/ Inga Zimprich), Johanna Hedva, Sophie Krambrich, Romily Alice Walden u. a.

Online-Ausstellung Kunstverein Hildesheim

Die Künstlerin Sophie Krambrich setzt sich in ihren Videoarbeiten und Aquarellen oftmals mit zeitgenössischen Glücks- und Heilsversprechen auseinander. In dem Video Eye Care (2014) beschäftigt sie sich mit dem Versprechen eines Arztes, mit Hilfe eines operativen Eingriffs die Augenfarbe zu verändern, um einen häufigen Wunsch von Patient*innen zu erfüllen. Seit 2015 erstellt Sophie Krambrich jedes Jahr ein Plakat, auf denen sie Aquarelle der Krankheiten, an denen sie im Verlauf eines Jahres erkrankt ist, und Aquarelle der Naturheilmittel, mit denen sie diese Krankheiten geheilt hat, nebeneinander platziert. Die Avocado heilt irritierte Haut, Fenchelsamen lindern Unterleibskrämpfe. Für die Auswahl der Heilmittel konsultiert sie laut des Titels der Arbeiten die Suchmaschine Google. Denn das jahrhundertealte Wissen um Naturheilmittel ist heutzutage über das Internet zugänglich. „I’m interested in the belief in or promise of the power of healing that on one hand the internet provides but that is also provided in those natural or spiritual methods of healing.“

Sophie Krambrich (*1991) schloss 2017 ihr Studium an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg ab. Sie studierte bei Matt Mullican und Jeanne Faust. Ihre Arbeiten zeigte sie u. a. im Kunstverein Hildesheim, bei Veto Film und xpond art in Hamburg und bei Wiensowksi & Harbord in Berlin. Neben der Kunst sind Kampfsport und Yoga weitere wichtige Kontexte für Sophie Krambrichs Interesse am menschlichen Körper: Seit über zehn Jahren trainiert sie Brazilian Jiu Jitsu und seit 2018 arbeitet sie als Yogalehrerin. Sie lebt in Leverkusen.

                                       Leona Koldehoff

Video Links auf Anfrage.